LEADER-Region

Die Region Östlich der Ems (kurz: Roede) besteht aus der Stadt Emden (Teile), der Gemeinde Moormerland, der Stadt Leer, der Gemeinde Westoverledingen und der Stadt Papenburg (Teile). Die Partner der Region Östlich der Ems haben sich entschieden, in der EU-Förderphase 2014-2020 als LEADER-Region zusammenzuarbeiten.

Die Region erstreckt sich über eine Fläche von 353,54 km² zwischen der Stadt Papenburg im Süden und der Küstenstadt Emden im Norden. Die Region wird im Süden und östlich der Emsmarschen von der Ostfriesisch-Oldenburgischen Geest begrenzt. Die Gesamtbevölkerung der Region umfasst 105.990 Einwohner.

Die Ems prägt und gliedert den Raum in besonderer Weise. Sie ist Wasserstraße, Wirtschaftsweg, Naturraum und Bindeglied sowie trennendes Band zugleich. Auf ihr werden die Ozeanriesen der Meyer-Werft von Papenburg aus in die Nordsee transportiert, jedes Mal ein touristisches Großereignis, für die Ems als Naturraum aber eine enorme Belastung, nicht allein aufgrund der punktuellen Stauereignisse, sondern aufgrund der starken Eingriffe in die Morphologie des Flusses grundsätzlicher Art.

Eine Küstenregion wie die Region Östlich der Ems hat sich auf die Auswirkungen des Klimawandels besonders einzustellen. Neben den zu erwartenden Veränderungen durch den demografischen Wandel, hat sich die Region darüber hinaus mit den Möglichkeiten und Strategien zur Bewältigung der Flächenkonkurrenz auseinanderzusetzen, die sich sowohl aus dem Master­plan Ems 2050, mit für die Region zu erwartenden enormen Flächenansprüchen, als auch durch den Strukturwandel der Landwirtschaft ergeben.

Die Ems verbindet die prosperierenden Gebiete des Emslandes und darüber hinaus des Ruhrgebietes mit den Hafenstandorten Papenburg, Leer und Emden und grenzübergreifend mit Delfzijl und Eemshaven in den Niederlanden. Beiderseits der Ems haben sich zwischen den nordniederländischen Regionen und der Region Östlich der Ems vielfältige Netzwerke und Kooperationen entwickelt, die es weiter auszubauen und zu verstetigen gilt.

In wirtschaftlicher Hinsicht bestehen zwischen den ländlich und städtisch geprägten Gebieten enge sozio-ökonomische Verflechtungen. Bedeutender Wirtschaftszweig ist das produzierende Gewerbe und hier besonders der maritime sowie der Energiesektor, letzterer mit Schwerpunkt auf den erneuerbaren Energien. Die Städte Emden, Leer und Papenburg sind regional und international bedeutende Standorte von Reedereien, Hafen­logistikunternehmen und verschiedenen sonstigen Dienstleistungsunternehmen der Zulieferbranche. Die Städte sind wichtige Arbeitsmarktzentren für die umliegenden Gemeinden. Das produzierende Gewerbe hat – bezogen auf Niedersachsen – einen überdurchschnitt­lichen Anteil an der Bruttowertschöpfung der Region, was die große Bedeutung des maritimen Wirtschaftssektors zeigt. In der Fläche bildet neben dem produzierenden Gewerbe und dem Tourismussektor die Landwirtschaft, insbesondere die Milchwirtschaft, eine wichtige und die Kulturlandschaft prägende Rolle.

Mit den Hochschulstandorten Emden und Leer ist die Region Östlich der Ems hinsichtlich des breiten Angebotes in Forschung und Lehre hervorragend aufgestellt. Über die Technologietransferstelle der Hochschule gibt es eine zentrale Kontaktstelle für Anfragen bezüglich Technologien, sozialen Themen und Wissensmanagement, mit denen sich die Hochschule mit Einrichtungen der Region verknüpft, insbesondere auch durch eine zukünftige Teilnahme als LAG-Mitglied der Region Östlich der Ems. Dadurch wurden Netzwerke undKooperationen, vor allem zwischen Universitäten/Hoch­schulen und Unternehmen aufgebaut. Das Institut für Seefahrt, mit der integrierten Fachschule Seefahrt, und das maritime Kompetenzzentrum (Mariko) in Leer sind wichtige Standorte für die Ausbildung hochqualifizierter Arbeitskräfte im maritimen Sektor.

Die Bevölkerungsprognose zeigt für die kommenden 15 Jahre eine im niedersächsischen Vergleich positive Entwicklung. Dennoch wird sich die Region auf die veränderten Altersstrukturen – Überalterung der Gesellschaft – und entsprechende Anpassungen einstellen müssen. Im Bereich der Daseinsvorsorge zeigen sich in der Region besonders in den ländlichen Bereichen verschiedene Probleme, die typisch für viele ländlich geprägte Regionen in Deutschland sind. Ärztemangel, eingeschränkter ÖPNV und Abwanderung öffentlicher Einrichtungen wie Banken und Poststellen in die Zentren sind auch in einigen Teilen der Region Östlich der Ems bereits Realität.

Der Beteiligungsprozess an der Erstellung des REKs für die Bewerbung als LEADER-Region für die neue Förderphase ist nicht allein über öffentliche Veranstaltungen erfolgt, sondern über eine gezielte Fragebogenaktion. Fachworkshops und eine Zukunftskonferenz schlossen sich der Fragebogenaktion an. Zu den öffentlichen Veranstaltungen wurden explizit relevante Schlüsselakteure der Region eingeladen, um den fachlichen Input zu sichern.

Die SWOT-Analyse, die sowohl über die Bewertung der Ausgangssituation als auch gemeinsam mit den Teilnehmern aus den Fachworkshops erarbeitet wurde, ist zusätzlich durch die Ergebnisse der Fragebogenaktion evaluiert worden.

Bearbeitet wurden die relevanten Themen dabei in vier Handlungsfeldern, deren Gewichtung im Laufe des Prozesses sich wie folgt ergab und sich in der Zuordnung der Finanzmittel für den geplanten Förderzeitraum widerspiegelt:

Daseinsvorsorge, demografischer Wandel, Innenentwicklung, Raum- und Siedlungsstruktur, Infrastruktur, Mobilität,
Landwirtschaft; Regionale Produkte, Tourismus, Kultur/kulturelle Identität,
A) Klima- und Umweltschutz, erneuerbare Energien und
B) Wirtschaft, Bildung, Fachkräftesicherung.

Die übergeordneten Entwicklungstrends auf europäischer wie auf nationaler Ebene werden bei der Strategie zur künftigen Entwicklung der Region Östlich der Ems berücksichtigt. Dies gilt insbesondere auch für die im November in Oldenburg vorgestellte Regionale Handlungsstrategie Weser-Ems (RHS). An entsprechenden Stellen im REK Region Östlich der Ems sind klare Bezüge zur RHS hergestellt worden. Dies gilt auch für die Themen Gender-Mainstreaming und Barrierefreiheit. Übergeordnete Planungen finden ebenfalls Eingang in das REK.

Der übergeordneten Vision für die Region Östlich der Ems sind Entwicklungsziele zugewiesen, die über die Handlungsfelder mit Handlungsfeldzielen abgelichtet werden. Diese werden wiederum über die konkrete Ebene der Teilziele auf eine Basis gebracht, die in der zukünftigen Förderphase die Zuordnung von Maßnahmen ermöglicht. Die Teilziele werden über entsprechend zugewiesene Indikatoren und Zielwerte messbar gemacht.